Zum Gedenken an René Ruch

Im Jahre 1955 trat ein eifriger, einsatzfreudiger Turner dem TV Frutigen bei. Seit jüngsten Jahren war René ein grosser Kämpfer und musste sich alles selber erarbeiten. Er nahm ein hartes Training auf sich welches schon bald Früchte zeigte. Als Einzelturner der Sparte Nationalturnen errang er in den unteren Kategorien sofort schöne Auszeichnungen und schon bald durfte er sich mehrfacher Kantonalkranzer nennen. Ebenfalls im Ringen erreichte er Kränze. Nebenbei bestritt er mit grossem Erfolg auch Skirennen und Orientierungsläufe.

In der Sektion diente er als Allroundwettkämpfer. So war er in den Läufen, in der Leichtathletik, in Stossdisziplinen, an den Geräten und in der seinerzeitigen Marsch- und Freiübung ein ausgezeichneter Athlet. Mit grosser Freude wirkte er auch an den Turnvorstellungen mit. Nicht selten führte er diese durch spontanen, persönlichen Einsatz zum Erfolg. Dass ein solcher Turner zur Leitertätigkeit herangezogen wird, war vorauszusehen. Fünf Jahre lang hat er eine grosse Schar Frutiger Buben als Jugendriegeleiter begeistert. Ein Jahr als Vizeoberturner folgte und dann stand er während sieben Jahren als Oberturner der Sektion vor. Mit dem TV Frutigen hat er als Leiter nebst einigen oberländischen und kantonalen Turnfesten auch zwei eidgenössische bestritten. Turnfeste waren in seinem ganzen Leben Höhepunkte. Durch gewissenhafte und harte Vorbereitung hat er mit Frutigen glänzende Resultate erzielt. Im Jahre 1968 folgte der fliessende Übergang zum TV Reichenbach wo er als Oberturner engagiert wurde. Durch seine fundierten Kenntnisse der Materie, die grosse Erfahrung, seine Dynamik, aber auch die angeborene Fähigkeit zu motivieren, hat der TV Reichenbach 1975 an der Schweizermeisterschaft im Sektionsturnen den glänzenden 3. Rang und 1976 den 5. Platz erreicht. Im Weiteren ist der TV Reichenbach an verschiedenen Turnfesten, zuletzt am Eidgenössischen in Genf 1978, als Kategoriensieger ausgerufen worden. 1976 durfte René die verdiente Ehrenmitgliedschaft des TV Reichenbach in Empfang nehmen. Dies hinderte ihn nicht, im Jahre 1979 das Präsidentenamt zu übernehmen.

Im OTV gehörte René 5 Jahre der SPIKO an, wovon er 2 Jahre als Präsident der Kommission vorstand. 1972 wählte in die Abgeordnetenversammlung in die TK OTV und ein Jahr später in die TK KTV. 1974 ernannten dieselben Delegierten ihn zum Verbandsoberturner. In seiner Amtszeit, welche bis 1981 dauerte, präsidierte er als TK-Chef 3 oberländische Turnfeste und leitete über 50 Oberturner- und weitere Kurse. Seine gezielte Aufbauarbeit half mit, dass etliche Oberländer Sektionen die Rangliste des Eidgenössischen Turnfestes in Genf mit ausgezeichneten Rangierungen zierten. Als Dank für seine hervorragenden Leistungen wurde René 1978 die OTV-Ehrenmitgliedschaft erteilt. Als Weiterbildung absolvierte er drei einwöchige Oberturnerkurse, sechs einwöchige Zentralkurse des ETV, unzählige eidgenössische und kantonale Kurse für Kampfrichter, Korballschiedsrichter, Jugend und Sport, Gymnastik und Gerätewettkampf.

Nach seiner Wahl in die technische Kommission des KTV bekleidete René vorerst den Posten des Sekretärs, war Verbindungsmann zur SPIKO und Mitglied der Kommission für Vereinsvorführungen. Bis ihm dann aufgrund seiner Fähigkeiten das Ressort Körperschule und 1979 der Vizepräsidentenposten übertragen wurde. Während dieser Zeit half er aktiv bei zwei kantonalen Turnfesten und vier kantonalen Sektionsmeisterschaften mit. Ab 1981 betreute er mehrere Jahre die Region 5 als Gymnastikverantwortlicher. Dabei revolutionierte er diese. Unzähligen Vereinen half er beim Einstudieren der Gymnastik, der Musikaufnahme und der turnerischen Umsetzung. Die Gymnastik war seine Leidenschaft.

Für sein beispielhaftes „Turnerleben“ wurde René 1982 die kantonale Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Nebst all diesen Verpflichtungen fand er noch Zeit, den Damenturnverein Adelboden im Korbball zu trainieren und diesen zum Schweizermeistertitel zu führen. Dazu war er auch Betreuer der Schweizer Damen-Langlauf-Nationalmannschaft. Auch da konnte er dank seiner grossen turnerischen Erfahrung viel Wertvolles einbringen. Anfang der 80er-Jahre trainierte, massierte und betreute er noch die Oberländer Schwinger. Höhepunkt war das ESAF 1983 Langenthal wo die Oberländer unter seiner Hilfe 8 Kränze gewannen.

Im Jahr 1985 hatte René einen schweren Unfall. Dank seinem beispielhaften Willen und Kampfgeist überlebte er diesen und fand zurück ins Leben. Auch wenn er körperlich eingeschränkt war und nicht mehr so aktiv sein konnte, waren in dieser Zeit Turnfestbesuche für ihn etwas vom Schönsten. Sei es als Betreuer seiner Ehefrau Margrit bei Einzelwettkämpfen oder bei den Vorführungen seiner beiden Turnvereinen Reichenbach und Frutigen. Sein Herz schlug höher wenn seine Frau, die Kinder und Grosskinder für diese Vereine im Einsatz standen. An den verschiedenen Turnfestsiegen, Schweizermeistertiteln im Sektionsturnen und an allen anderen sportlichen Erfolgen von ihnen hatte er vor allem innerlich grosse Freude. Im 2015 wurden die Beschwerden immer grösser. Verschiedene Organe waren nicht mehr genug stark. Am 6. Dezember durfte er im Beisein seiner Margrit kurz vor seinem 78. Geburtstag einschlafen.

Reichenbach und Frutigen, Toni Mürner und Adi Ruch